Unser Geschäftsalltag ist mit einer Bootsfahrt vergleichbar und um Boote, Schiffe, Wasser, als auch das Management dreht sich alles in diesem Artikel. Jeden Tag erleben wir in unserem Beruf, als auch in unserem Privatleben, Situationen in welchen wir mit einer Redewendungen eine bestimmte Situation/ ein bestimmtes Ereignis zum Ausdruck bringen. Jeder kennt diese Redewendungen und die meisten haben diese sicherlich auch das ein oder andere Mal laut ausgesprochen. Oft sprechen wir diese einfach nur aus, ohne dieser weitere Beachtung zu schenken.

Wir sitzen alle in einem Boot

Eine Redewendung, die man als Mitarbeiter von seiner Führungskraft, meist jedoch vom Top-Management immer wieder zu hören bekommt ist „Wir sitzen alle in einem Boot!“. Übersetzt lässt sich das mit „Wir arbeiten alle in diesem Unternehmen!“. Während das Top-Management dieser Redewendung nicht sonderlich viel Aufmerksamkeit schenkt, außer das angebliche WIR-Gefühl zu stärken, sehen Mitarbeiter in dieser Redewendung bereits erste Probleme auf sich zukommen. Denn wer ist der Captain, wer der Steuermann und vor allem, wer hat die ganze Arbeit, muss rudern und zu welchem Preis. Und was geschieht mit den Angestellten, die zwar mit im Boot sitzen, aber keine Aufgabe/ Rolle ausfüllen?

Sind wir doch mal ehrlich. Wir sitzen alle in einen Boot, rudern jedoch meist in unterschiedliche Richtungen. So lange wir in unterschiedliche Richtungen rudern erreichen wir nichts, außer dass dies an den Kräften aller Beteiligter zehrt, dadurch zu viel wertvolle Zeit auf der Strecke liegen bleibt und die Stimmung kippt.

Mit dem Strom schwimmen

Sehr häufig schwimmt das Management mit dem Strom. Man kommt deutlich schneller voran, ohne dafür zu viel Energie aufbringen zu müssen. Wer mit dem Strom schwimmt, geht oftmals bewusst Anstrengungen, Hürden und Risiken aus dem Weg. Warum etwas anderes tun, als der Wettbewerb!

Mit dem Strom Schwimmer findet man in jedem Unternehmen. Angefangen vom Geschäftsführer, der nur geringe Risikobereitschaft zeigt und dessen Führungsstab, der sich vom Strom treiben lässt, weil es einfacher ist es dem Wettbewerb gleichzutun und die Kompetenz der Geschäftsführung nicht in Frage zu stellen, anstatt neue Wege zu bestreiten.

Auch häufig zu beobachten sind Mitarbeiter, die mit dem Strom schwimmen, um ihre berufliche Karriere im Unternehmen zu beschleunigen. Denn schwimmt man mit dem Strom, bedarf es nur einer geringen Anstrengung, um in den Hintern des eigenen Vorgesetzten einzutauchen.

Gegen den Strom schwimmen

Wenn alle in eine Richtung schwimmen, kann der Eine, der Anstrengungen und Strapazen auf sich nimmt und gegen den Strom schwimmt, sich dadurch von seinen Wettbewerbern unterscheiden. Erfolgreiche gegen den Strom Schwimmer zeichnen sich vor allem durch Ausdauer, Ehrgeiz und Risikobereitschaft aus. Wer diese Eigenschaften nicht mitbringt, wird den kräftezehrenden Anstrengungen schnell erliegen und untergehen. Keinesfalls sind Menschen, die gegen den Strom schwimmen als Einzelgänger zu sehen.

Zu den bedeutensten Gegen-den-Strom-Schwimmern zähle ich insbesondere Jeff Bezos. Er hatte 1994 eine sichere und gut bezahlte Anstellung in der Wallstreet für die Idee, einen Online-Buchladen zu eröfnnen, aufgegeben. Im Juli 1995 verkaufte Bezos über seinen Online-Buchshop das erste Buch. Im zweiten Monat erwirtschaftete sein Unternehmen bereits einen Umsatz von 20.000 US-Dollar. Erst im Anschluss, nämlich im Oktober 1995, machte er den Onlineshop für die breite Öffentlichkeit zugänglich. Im darauffolgenden Geschäftsjahr erzielte Amazon einen Umsatz von über 15 Millionen US-Dolllar, welches im darauffolgenden Jahr sich nochmals gravierend steigerte, nämlich auf unglaubliche 147 Millionen US-Dollar. Neben dem Umsatzwachstum, hat auch die Anzahl der Beschäftigten über die Jahre kontinuierlich zugenommen. Im vergangenen Jahr (2018) erwirtschaftete Amazon einen Umsatz von über 230 Milliarden US-Dollar und beschäftigte zu diesem Zeitpunkt knapp 650.000 Mitarbeiter.

Gegen den Strom schwimmenEine wie Jeff Bezos vergleichbare Persönlichkeit gibt es auf dem deutschen Markt nicht – leider! Hier werden noch immer im stillen Kämmerlein die Strategien der Wettbewerber kopiert, anstatt mit neuen innovativen Ideen den Markt zu revolutionieren. Liegt aber sicherlich auch daran, dass Innovationen durch Schaffung von Freiräumen und einer entsprechenden Fehlerkultur entstehen, was in vielen deutschen Unternehmen nicht die gängige Praxis ist.

Sich vom Strom treiben lassen

Übrig bleiben meist nur zähe, träge Angestellte als auch Führungskräfte, die sich lieber mit den einfältigen, langweiligen Umständen ihres Arbeitgebers abfinden, anstatt sich neuen Herausforderungen stellen. Das ist dann auch der Typ Mensch, der seine Komfortzone ungern aufgibt und von dem man Sprüche wie „Das machen wir schon immer so!“ erwarten kann, nämlich die heimlichen Nörgler.

Die Ratten verlassen das sinkenden Schiff

Mitarbeiter, Angestellte, als auch Führungskräfte als Ratten zu bezeichnen, ist natürlich schon etwas gewagt. Insbesondere wenn es sich hierbei um die Mitarbeiter, Angestellte, als auch Führungskräfte handelt, die maßgeblich den Erfolg des Unternehmens mitgestaltet haben. Wenn es jedoch um den Fachkräftemangel geht, dann ist dieser meist hausgemacht und trägt dazu bei, dass die besten Mitarbeiter das Unternehmen verlassen. Meist liegt es daran, dass das Unternehmen diesen Mitarbeitern einfach zu wenig zu bieten hat. Richtig, es sind Angestellte und Führungskräfte, die durchaus gerne und erfolgreich gegen den Strom schwimmen, jedoch nicht gegen die Masse an Mit-dem-Strom-Schwimmern ankommt.

Kürzlich bin ich über den YouTube Channel von GedankenTanken auf Tobias Beck und dessen „Die 4 tierischen Menschentypen“ aufmerksam geworden. Auf sehr amysante Weise werden hier Menschen den Tieren Wal, Hai, Delfin und Eule zugeordnet. Dann stieß ich beim Lesen eines Artikels auf die Redewendung „Wir sitzen alle in einem Boot„. Dem folgten gedanklich weitere Redewendungen, wie das Schwimmen mit und gegen den Strom, als sich auch vom Strom treiben zu lassen. In Gedanken begann ich diesen einzelnen Redewendungen Erlebnisse und Personen aus dem Geschäftsalltag zuzuordnen. Zum Schluss habe ich versucht mich in einer dieser Redewendungen zu finden.

Wenn Du der Typ Mensch bist, der immer mit dem Strom schwimmt, dann wirst Du in den meisten deutschen Unternehmen genau richtig sein. Möchtest Du dagegen mehr erreichen, die Komfortzone verlassen und etwas riskieren, dann wirst Du dich in einem Unternehmen, welches einfach mit dem Strom schwimmt, bzw. sich vom Strom treiben lässt, nicht verwirklichen können. Zumindest nicht so, wie Du es Dir in deinen Träumen vorgestellt hast. Sicherlich kann man sich dem System unterordnen, indem man sich einfach treiben lässt. Doch wäre es nicht besser in einem Unternehmen zu arbeiten, welches einem genau die Freiheiten und Freiräume gewährt, um Neues zu probieren?!

Markus ist Product Owner/ Business Engineer bei der 1&1 Telecommunication SE, seit 2007 bloggender Sidepreneur und war 5 Jahre als Freelancer im B2B und B2C Umfeld bei diversen Unternehmen in feuerlöschenden Funktionen tätig.

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