Als Blogger schaue ich mir tagtäglich zahlreiche Blogs. Ganz frische, jungfräuliche Blogs, die mir bei meinen Streifzügen durch die sozialen Netzwerke angezeigt werden. Die Meisten verfolgen hierbei ein Ziel: sie wollen erfolgreiche Blogger werden. Doch damit man zum erfolgreichen Blogger wird, muss man zunächst einmal erfolgreich Bloggen. Und an dieser Stelle scheitern viele Blogs.

In diesem Artikel möchte ich dir den Klassiker aus dem Marketing vorstellen – das AIDA-Modell und wie Du mit selbigem die Qualität deiner Blog-Artikel deutlich steigern wirst. Dies wird dich insbesondere dann interessieren, wenn Du mit deinem Blog Geld verdienen möchtest.

Erfolgreich Bloggen mit dem AIDA-Modell

Als Blogger möchtest Du die Besucherzahlen deines Blogs steigern, die Verweildauer deiner Besucher auf deinem Blog erhöhen, diese möglicherweise dazu motivieren deine Beiträge zu kommentieren, als auch damit Geld verdienen. Dies ist mit dem AIDA-Modell machtbar.

Was ist das AIDA-Model

Das AIDA-Modell, auch als AIDA-Prinzip, bzw. AIDA-Formel bekannt, ist ein Werbewirkungsprinzip. Dieses vierstufige Modell, welches ein Kunden durchläuft, soll die Kaufentscheidung des Kunden maßgeblich beeinflussen. In der Tat ist das Model bereits etwas älter, nämlich über 100 Jahre alt. Entwickelt wurde die AIDA-Formel 1898 von E. St. Elmo Lewis zur Gliederung von Verkaufsgesprächen. Und dennoch wird diese heute noch in der Werbung, als auch bei Präsentationen und Moderationen erfolgreich angewandt, wenngleich mit einem der modifizierten AIDA-Modelle.

Das AIDA Akronym setzt sich aus den 4 Phasen des Werbewirkungsprinzips zusammen:

  • Attention – Aufmerksamkeit (erzeugen)
  • Interest – Interesse (wecken)
  • Desire – Verlangen (auslösen)
  • Action – Handlung (durchführen)

Was die einzelnen Phasen des AIDA Werbewirkungsprinzips nun konkret bedeuten, welche Chancen und Möglichkeiten sich dir als Blogger dadurch bieten und wie Du diese wirkungsvoll in deine Blog-Artikel einfließen lässt, darauf gehe ich nun im Detail ein.

AIDA-Modell - Wie Du mit der AIDA-Formel deine Blog-Artikel optimierst und den Leser werbewirksam davon überzeugst eine Aktion auszuführen.

AIDA-Formel Kurzfassung

  1. Zunächst einmal gilt es die Aufmerksamkeit des Käufers zu erzeugen
  2. Hast Du die Aufmerksamkeit des Käufers gewonnen, gilt es dessen Interesse zu wecken.
  3. Konntest Du das Interesse des Käufers wecken, musst Du das Verlangen, was Du auch immer erreichen möchtest, auslösen.
  4. Und ist das Verlangen des Kunden ganz weit oben angelangt, kannst Du die Früchte ernten, indem Du ihn eine Handlung durchführen lässt. Beispielsweise die Bestellung eines Produktes, das Abschließen eines Vertrages, oder das Abonnement eines Newsletters.

Doch wie schaut das AIDA-Model nun beim Bloggen in der Praxis aus.

Blog-Artikel mit AIDA-Modell

Das AIDA-Modell, welches aus der Werbepsychologie stammt, lässt sich wunderbar auf Blogs, Websites, als auch Onlineshops ableiten. Ich zeige dir nun, auch anhand von Beispielen, wie Du das AIDA-Modell für deinen Blog und deine Blog-Artikel gekonnt einsetzt.

Ich selbst habe das Buch „Texten können – Das neue Handbuch für Marketer, Texter und Redakteure“ von Daniela Rorig gelesen, in welchem die Autorin auch das AIDA-Modell beschreibt. Ein Buch, welches jeder, der erfolgreich Bloggen möchte, kaufen und gelesen haben sollte.

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Schritt 1: Attention – Aufmerksamkeit erzeugen

Gerade beim ersten Schritt begehen viele bereits einen Denkfehler. Diese haben nur ihren Blog und ihre Artikel im Blick. Doch um dorthin zu gelangen bedarf es doch meist anderer Dienste. Die Aufmerksamkeit erst auf dem Blog zu erzeugen wäre mitunter fatal. Denn ohne Besucher wirst Du nicht weit kommen. Anhand nachfolgender Beispiele sollte auch deutlich werden, wo diese Aufmerksamkeit zu erzeugen ist.

Aufmerksamkeit in Suchergebnissen erzeugen

Wenn Du Traffic von Google haben und dich von anderen Suchergebnissen abheben möchtest, ist der SEO-Title und die Meta-Description ein Werkzeug, welches Du voll ausschöpfen solltest.

Ich selbst nutze das Yoast SEO Plugin, um den SEO-Title, als auch die Meta-Description so anzupassen, dass dadurch die Aufmerksamkeit des Suchenden erzeugt wird.

AIDA-Prinzip - AIDA-Modell für das Content-Marketing - Suchergebnisse

Klickt der Nutzer auf der Suchergebnis-Seite auf deinen Blog-Artikel, wurde die Aufmerksamkeit geweckt. Eines ist an dieser Stelle von enormer Wichtigkeit. Verspreche nichts, was Du nicht halten kannst. Das würden nämlich alles im Keim ersticken.

Aufmerksamkeit in Sozialen Netzwerken erzeugen

Neben Suchmaschinen bieten soziale Netzwerke wie Facebook, Pinterest und Twitter ein großes Potential. Während bei Suchmaschinen das Ranking eine wichtige Rolle spielt, sind in sozialen Netzwerken folgende Faktoren entscheidend über die Reichweite:

  • Zeit (Wann erreiche ich in den einzelnen Netzwerken meine Zielgruppe)
  • Follower (Wie viele Follower erreiche ich)
  • Hashtags (Wie gewinne ich Sichtbarkeit und potentiell neue Follower)

Auch hier gilt es die richtige Ansprache zu finden, um das Interesse zu wecken. Dies funktioniert in sozialen Netzwerken am Besten über Botschaften in Bildern & Grafiken. Das bedeutet jedoch nicht, dass Du auf Text und Hashtags verzichten solltest. Die Kernbotschaft, mittels welcher Du die Aufmerksamkeit des Nutzers zu erzeugst, sollte auch durch das Bild/ die Grafik transportiert werden.

Die Aufmerksamkeit wurde dann erzeugt, wenn der Nutzer, durch den Content angesprochen, den Link klickt und auf deinem Beitrag landet.

Schritt 2: Interest – Interesse wecken

Habe ich mit meinem SEO-Title und der Meta-Description in den Google Suchergebnissen, mit meinem Facebook-Post, Tweet, oder Pinterest-Pin erst einmal für Aufmerksamkeit gesorgt, gilt es nun das Interesse des Nutzers zu wecken. Und wo wird das Interesse geweckt? Richtig, auf deinem Blog. Um es konkret zu formulieren: in deinem Blog-Artikel.

Hast Du den Leser auf deine Seite gebracht, gilt es nun das Interesse zu wecken, bzw. die Aufmerksamkeit aufrecht zu erhalten. Das zu erreichen ist nicht weiter schwierig, sofern Du folgende Punkte berücksichtigst:

  1. Einleitung
    Kannst Du dich noch an deine Schulzeit erinnern? Da musste man Aufsätze schreiben. Und wie ist der Aufbau eines Aufsatzes? Richtig, er beginnt mit der Einleitung, geht dann in den Hauptteil über und schließt mit dem Schlussteil. Und diese Gliederung solltest Du bei deinen Blog-Artikeln einhalten.
  2. Aufmerksamkeit aufgreifen
    Bestandteil der Einleitung deines Blog-Artikels sollte die zuvor erregte Aufmerksamkeit sein. So wird die Verbindung und Überleitung von externen Trafficquelle geschaffen.
  3. Bestandteil des Artikels
    Das Interesse des Lesers an einem Blog-Artikel weckst Du, indem Du ihm einen kurzen Abriss gibst, was ihn in diesem Artikel erwarten wird. Schreibst Du beispielsweise einen Test- & Erfahrungsbericht zu einem Produkt, teaserst Du kurz die einzelnen Bestandteile deines Erfahrungsberichtes an. Jetzt weiß dein Besucher bereits, worauf er gespannt sein kann.
  4. Kurz-Fazit in die Einleitung
    Üblicherweise findet man das Fazit am Ende eines Blog-Artikels. Dennoch kann ein Kurz-Fazit bereits in der Einleitung das Interesse wecken und steigern. Experimentiere damit und beobachte, wie deine Leser mit Blog-Artikeln interagieren, in welchen ein Kurz-Fazit bereits Bestandteil der Einleitung ist. Mit einem Kurz-Fazit in der Einleitung, wie beispielsweise „Ich kann mir an dieser Stelle nicht verkneifen eines vorweg zu nehmen: Ich bin absolut begeistert von PRODUKTNAME. Warum? Das kannst Du nun in meinem Erfahrungsbericht lesen!“

Schritt 3: Desire – Verlangen schaffen

Hast Du erst einmal das Interesse des Lesers mit deiner Einleitung geweckt, hat dieser natürlich nun auch eine gewisse Erwartungshaltung, die es zu befriedigen gilt. Und um das Verlangen zu schaffen, reichen ein paar Produktbilder und technische Spezifikationen bei weitem nicht aus. Das jedoch, findet man in dieser Form auf sehr vielen Blogs, deren Blogger sich dann wundern, warum sie so wenig Geld mit ihrem Blog verdienen.

Während der Leser zu Beginn des Artikels noch unentschlossen ist und lediglich sein Interesse bekundet, gilt es zum Ende der dritten Phase das Verlangen des Nutzers geweckt zu haben. Also von einem ursprünglichen „Ich schau mir das mal an“ und einem „Das interessiert mich“ zu einem „Das muss ich haben“.

Dies erreichst Du, indem Du die Vorteile, als auch Nachteile des Produktes transparent darstellst und auf diese ausführlich eingehst, technische Spezifikationen bereitstellst und Besonderheiten, als auch Alleinstellungsmerkmale (USP) gekonnt ausarbeitest. Auch ein direkter Produktvergleich mit anderen Produkten nehmen positiven Einfluss auf das Verlangen des Nutzers.

Um das Verlangen zu schaffen, musst Du dem Leser aufzeigen welche Probleme mit dem Produkt gelöst werden. Beispielsweise, indem Du nennenswerte Verbesserungen gegenüber dem Vorgängermodell aufzeigst und wie dies nun mit der neuen Version gekonnt umgesetzt wurde.

Beispiel:

Schreibst Du aktuell einen Test- & Erfahrungsbericht zum Huawei P40 Pro, wirst Du sicherlich die Kamera-Funktion ausführlich erwähnen, da die Kamera des Huawei P40 Pro ein wahrer Alleskönner ist. Doch aufgrund des fehlenden Google PlayStores kommt es bei Anwendern zu Verunsicherungen. Möchtest Du deine Leser von diesem Produkt überzeugen, musst Du diese Verunsicherungen auflösen. Dies kannst Du dadurch erreichen, indem Du dem Nutzer zeigst auf welche Apps und Funktionen er weiterhin Zugriff hat und dass diese Einschränkungen möglicherweise gar nicht so gravierend sind, wie angenommen.

In dieser Phase gilt es auch aufkommende Ängste und Unsicherheiten zu bereinigen. Hat man dies erst einmal geschafft und das Verlangen geweckt, gilt es den Nutzer zu einer Handlung aufzufordern.

Schritt 4: Action – Handlung auffordern

Die Aufforderung zur Handlung kann auf verschiedenste Weise erfolgen. Bei einem Blog-Artikel kann dieser Call-to-Action ein Button sein, ein Textlink, als auch ein Formular, über welches der Nutzer seine Daten erfasst und der Handlungsaufforderung durch Klicken des „Absenden“-Buttons (Der Name sollte allerdings aussagekräftiger sein) nachkommt.

Ich selbst bilde den Call-To-Action in Form eines Buttons oberhalb, als auch unterhalb des Fazits ab. Auf manchen Blogs setze wende ich den Call-To-Action über eine Sticky-Sidebar an. Diese Sticky-Sidebar hat nämlich einen entscheidenden Vorteil: Das Verlangen wird je nach Nutzer unterschiedlich geschafft. Fehlt jedoch zum Zeitpunkt, wo das Verlangen nach dem Produkt am höchsten ist der Call-to-Action, also die Handlungsaufforderung, neigt so manch ein Besucher zum Verlassen der Seite.

Fazit:

Ich finde es immer wieder beeindruckend, wie sich viele Modelle aus der Geschäftswelt, auch auf das Bloggen übertragen lassen und man hierdurch als Blogger von profitieren kann. Denn gerade das AIDA-Modell zeigt, wie man nicht nur neue Leser gewinnen, sondern diese auch halten kann. Bedenkt man, dass dieses Modell aus dem Marketing bereits über 100 Jahre auf dem Buckel hat, ist es doch erstaunlich welchen Nutzen man aus einem solch alten Modell noch erwirken kannt.

1 KOMMENTAR

  1. Habe diesen interessanten Blogbeitrag über Google gefunden und selbst bin ich auch auf der Suche nach Tipps, wie ich meinen Blog bzw. Seite mit dem AIDA Prinzip verbessern kann.

    Ich weiß auch genau, was das AIDA Prinzip ist, aber ich wüsste nicht, dass man es so leicht auch mit einem Blog anwenden kann.

    Ich habe nachgedacht das AIDA Prinzip mehr über meine Social-Media-Accounts zu nutzen, was hältst du denn davon, ob es eine gute Idee ist?

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