Als ich vor über 10 Jahren mein Unternehmen gründete, war einer der Gründe das Finanzamt. Seinerzeit betrieb ich 2 Blogs, auf welchen sich monatlich über 100.000 Besucher tummelten. Dafür fielen Monat für Monat Kosten für das Hosting an. Kosten, die ich als Privatperson nicht steuerlich geltend machen konnte. Auch weitere monatliche Kosten, wie beispielsweise der Datentarif, um während der Bahnfahrten neue Beiträge schreiben und veröffentlichen zu können, wollte ich durch meine Selbständigkeit reduzieren. Der wesentliche Grund, warum ich das Gewerbe jedoch angemeldet hatte, war die Monetarisierung dieser Blogs.

10 Tipps für den Start in die Selbständigkeit

In diesem Artikel möchte ich Dir als potentieller Gründer einige Tipps geben, mit welchen dein Start in die Selbständigkeit gelingt.

1Idee auf den Prüfstand stellen

Startup Gründer Tipps - Geschäftsidee - Stelle deine Idee auf den Prüfstand

Sicherlich hast Du auch schon einmal die Castings von Deutschland sucht den Superstar gesehen und dich beim ein oder anderen Künstler gefragt, warum dessen Familie oder Freunde ihn zu diesem Schritt ermutigt haben. Und genau so skeptisch solltest Du zunächst deiner Idee gegenüberstehen. Oftmals ist man Feuer und Flamme für die eigene Idee, weil man damit ein Problem gelöst hat, vergisst aber dabei, dass vor diesem Problem/ dieser Herausforderung möglicherweise nur bestimmte Personen stehen, oder für diese Idee tatsächlich schon ein Produkt existiert. Um zu wissen, welches Potential hinter dieser Idee steckt, sind Freunde und Familie oftmals die falschen Interview-Partner. Stelle die Idee stattdessen der Zielgruppe vor. Denn erst wenn Du die Zielgruppe überzeugst, der Zielgruppe das Gefühl gibst mit deiner Idee ein Problem zu lösen, kannst Du tatsächlich auch das Potential deiner Idee bestimmen.

2Erstelle einen Businessplan

Zeichnet sich nach erster Prüfung durch dich selbst, aber auch durch dein Umfeld ab, dass deine Idee wirtschaftlich erfolgreich werden kann, geht es mit der Erstellung eines umfangreichen Businessplans weiter. Keinesfalls solltest Du den Businessplan nur als Geschäftsplan sehen, um Banken und Investoren von deiner Gründeridee zu überzeugen. Durch den Businessplan zeigt sich das wirtschaftliche Potential deiner Geschäftsidee. Auch hier gilt: Hochmut kommt vor dem Fall. Vielleicht hast Du als Gründer auch schon die Vox Gründer Sendung „Die Höhle der Löwen“ gesehen. Und vielleicht reifte dadurch in dir der Gedanke selbst ein Unternehmen zu gründen. Neige also nicht wie so manch ein Gründer in der Höhle der Löwen dazu, dich und dein Produkt zu überschätzen.

3Sicher ist Sicher

Möchtest Du auf Nummer sicher gehen, solltest Du mit einer nebenberuflichen Selbständigkeit als Sidepreneur dein Business starten. Durch diese Selbständigkeit im Nebenerwerb bist Du durch deinen regulären Job sozialversichert, sparst dir gerade in der Anfangsphase die durchaus teureren Tarife, wie beispielsweise bei der Krankenversicherung und hast dadurch lediglich ein zweites finanzielles Standbein geschaffen. Eines darfst Du hierbei jedoch nicht vergessen: Du darfst nicht in Konkurrenz zu deinem Arbeitgeber treten, solltest das Einverständnis des Arbeitgebers für die Selbständigkeit im Nebenerwerb einholen und dein regulärer Job darf keineswegs darunter leiden.

Ich selbst habe meine Selbstständigkeit im Nebenerwerb gegründet und praktiziere dies nach wie vor.

4Gewerbeanmeldung

Mal eben eine GmbH gründen, ist ohne Eigenkapital nicht zu leisten. Wer alleine gründet wird deshalb entweder mit einem Kleingewerbe, oder einer Einzelunternehmung beginnen. Hat man weitere Partner mit an Bord, entscheidet man sich zur Gründungsphase oftmals für die GbR (Gesellschaft des bürgerlichen Rechts). Mit den ersten Gewinnen kann Du dein Unternehmen zur GmbH, oder einer anderen Gesellschaftsform umfirmieren.

5getrennte Konten

Direkt im Anschluss an meine Gewerbeanmeldung, ging ich zur Bank und habe dort ein Geschäftskonto eröffnet. Mein Steuerberater meinte zwar, dass dies nicht zwingend notwendig sei, doch so konnte ich meine gewerblichen Kosten, als auch Einnahmen auf einem gesonderten Konto laufen lassen und so die Einnahmen, als auch Ausgaben stets im Blick.

6Experten fragen

Wenn Du kein Experte auf einem Gebiet bist, dann solltest Du einen solchen Experten um Rat fragen. Da ich selbst von Steuerrecht und Unternehmensgründung wenig Ahnung hatte, habe ich mich an einen Steuerberater/ Unternehmensberater gewandt und hier für relativ wenig Geld wertvolle Tipps erhalten, die mir gerade in der initialen Startphase sehr geholfen haben.

Stell Dir einfach vor, Du machst etwas, von dem Du keine Ahnung hast. Was geschieht hier in der Regel? Du zahlst teures Lehrgeld! Hast Du beispielsweise keine Ahnung von der Erstellung einer Website, oder aber dem Thema Online-Marketing, können Selbstversuche ganz schön teuer werden. Wenn Du also von etwas keine Ahnung hast, wende dich an einen Experten.

7Prioritäten setzen

Gerade zu Beginn geht oftmals alles drunter und drüber. Ich selbst habe mir eine digitale Liste an Aufgaben erstellt, die einzelnen Aufgaben priorisiert, den Aufwand den ich dafür aufbringen muss geschätzt und konnte dadurch feststellen, wann ich tatsächlich mit welcher Aufgabe fertig sein kann. Natürlich kann immer wieder etwas dazu führen, dass man an einzelnen Aufgaben nicht arbeiten kann, weshalb man bei der Schätzung des Aufwands auch immer einen kleinen Puffer mit einplanen sollte.

8Den Fokus behalten

Oftmals entdeckt man als Gründer auf dem Weg zum Markteintritt, ob nun bereits während der Konzeption, als auch der späteren Produktentwicklung weitere Ideen, die mit dem Produkt nichts zu tun haben. Und viel zu oft verliert man den Fokus, nämlich die ursprüngliche Idee dabei aus den Augen. Kommt dir auf dem Weg zur Marktreife eine weitere brillante Idee, setze diese auf deine Aufgabenliste, jedoch mit niedriger Priorität. Denn der Fokus sollte ganz klar auf dem Launch deiner Idee liegen.

9Realistische Ziele setzen

Sicherlich können ambitionierte Ziele den Kämpfer in dir wecken, schließlich möchtest Du mit deiner Idee, deinem Produkt, oder deiner Dienstleistung möglichst schnell auf dem Markt sein. Sind jedoch die Ziele zu ambitioniert und stellst Du immer wieder aufs Neue fest, dass Du dich von diesen Zielen Meilen entfernst siehst, schlägt sich dies auf deine Motivation aus. Ziele können Meilensteine in der Entwicklung deines Produktes sein, können aber nach Markteinführung auch Umsatz, Gewinn, Kundenbewertungen und andere KPIs sein. Entscheidend dabei ist, dass diese Ziele SMART sind. SMART steht für:

  • spezifisch
  • messbar
  • attraktiv
  • realistisch
  • terminiert

In der agilen Welt definierst Du Ziele für jeden einzelnen Sprint, den Du nach SCRUM absolvierst. So näherst Du dich Schritt für Schritt von Einzelzielen zum Gesamtziel.

10Unicorns, Luftschlösser und Seifenblasen

Von Luftschlössern, Unicorns und Seifenblasen

Also wenn wir es mal nüchtern betrachten, dann ist doch wohl eher klar, dass es sich bei deinem Unternehmen nicht um ein Unicorn handelt. Dennoch scheitern Gründer, weil Sie einen Markt sehen, der gar nicht existiert. Sie sind nahezu verblendet von ihrer Idee, dass selbst Experten nicht zu ihnen durchdringen.

Brenne und Kämpfe für deine Idee, aber lass dich nicht blenden, indem Du beim Businessplan schummelst, Märkte, Zielgruppen und ROI ermittelst, die fern der Realität sind. Damit tust Du dir keinen Gefallen. Und stellst Du in der Tat fest, dass die Idee doch nicht das Potential aufweist, welches Du dir erträumt hast, wirf sie nicht weg, sondern leg sie ab. Vielleicht ist der Markt zu einem späteren Zeitpunkt reif für deine Idee ;).

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