Der Begriff Low-Hanging-Fruits entstammt aus dem Business-Bereich und bedeutet übersetzt „niedrig hängende Früchte“. Als Low Hanging Fruit bezeichnet man im betriebswirtschaftlichen Sinne Aufgaben/ Maßnahmen, die mit minimalem Aufwand maximalen Erfolg erzielen.

In diesem Artikel gebe ich einen Einblick über den Ursprung der Low-Hanging-Fruit Phrase, deren Bedeutung und zeige dir wie Du in deinem Geschäftsbereich die Low-Hanging-Fruits identifizierst und dein Unternehmen durch die Umsetzung profitiert.

Ursprung der Low-Hanging-Fruits

Der Ursprung der Phrase „Low-Hanging-Fruits“ wurde im 17. Jahrhundert mit „Fruit Hanging Low“ geprägt. 1968 tauchte die Phrase dann erstmals in einem in Artikel von The Guardian Newspaper, verfasst von P. J. Kavanaugh, auf.

His work is so appealing to me that I feel almost bashful praising it… He is gentle and stoic and simple, his rare images are picked aptly, easily, like low-hanging fruit, and though he appears to move short distances slowly he really moves far and fast.

Low-Hanging-Fruit und ihre Bedeutung

Stell dir vor Du hast Appetit auf einen Apfelkuchen, hast alle Zutaten zu Hause und im Garten einen Apfelbaum stehen, deren Äpfel Du für den Apfelkuchen verwenden möchtest. Welche Äpfel würdest Du denn ernten wollen? Etwa die, die ganz oben in der Baumkrone hängen, oder jene, die Du vom Boden aus ernten kannst? Richtig, natürlich die Äpfel, die man direkt pflücken kann, denn die andere Variante dauert deutlich länger und der Apfelkuchen schmeckt dadurch nicht besser.

In der Betriebswirtschaft sind Low-Hanging-Fruits gern gesehen. Schließlich kann man mit den niedrig hängenden Früchten mit wenig Aufwand und in kürzester Zeit seinen Umsatz/ Erfolg deutlich steigern.

Low-Hanging-Fruits identifizieren

Low-Hanging-Fruits - Betriebswirtschaft - Projekte mit hoher Auswirkung und geringem AufwandManch einer sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht. Ähnlich kann es einem bei den Low-Hanging-Fruits ergehen. Handelt es sich tatsächlich um Low-Hanging-Fruits, oder gibt es Früchte (Themen), die sich noch leichter ernten lassen?

Zunächst einmal gilt es diese Low-Hanging-Fruits zu identifizieren. In Unternehmen würde man dazu übergehen Kärtchen zu schreiben. Für jedes Thema, jede Anforderung, ein Kärtchen schreiben. Im zweiten Schritt geht man dazu über und ordnet diese Kärtchen einem der oben aufgeführten 4 Bereiche zu. Hierbei kann es durchaus vorkommen, dass bereits zugeordnete Kärtchen auf einmal die Position wechseln.

Low-Hanging-Fruits - Beispiele

Hier einige Beispiele (siehe auch Grafik mit Post-its), um es zu veranschaulichen.

Die Einführung eines Multivariaten-Testing-Tools ist vergleichsweise überschaubau im Aufwand, trägt aber bereits kurzfristig zum Erfolg bei, da das Unternehmen durch verschiedenste Tests direkt und unmittelbar den Erfolg verschiedenster Aktionen messen und weiter optimieren kann.

Auch die Optimierung der Bestellstrecke kann, je nach Unternehmen, mit geringem Aufwand maximale Auswirkungen erzielen. Ähnlich verhält es sich bei der Anzahl an Feldern und Pflichtfeldern eines Newsletters. Reduziert man dies auf die E-Mail-Adresse, steigt die Anzahl an Anmeldung deutlich an.

Dagegen macht es keinen Unterschied die Schriftart zu ändern, wenngleich hierzu lediglich eine CSS-Datei anzupassen wäre. Auch die Farbanpassung eines Buttons, die man mit dem bloßen Auge nicht erkennen würde und gleichwertig erscheinen würde, hätte keine positiven Auswirkungen.

Hat eine Maßnahme eine hohe Auswirkung, aber auch vergleichsweise hohen Aufwand, ist es meist ein großes, oder komplexes Projekt, welches nicht unmittelbar Früchte trägt. Mittel- und langfristig gesehen, jedoch dem Unternehmen einen Mehrwehrt bietet. Hierzu zählt der Wechsel zu einem schnelleren Webhoster ebenso wie die Migration zu einem neuen, modernen Shopsystem.

Was sich jedoch meist nicht lohnt sind Maßnahmen, die einen hohen Aufwand verursachen und geringen Impact haben. Beim Beispiel „Migration zu einem günstigeren Webhoster“ wäre der Impact die Kosteneinsparung vergleichsweise gering, doch der damit verbundene Aufwand entsprechend hoch.

Low-Hanging-Fruits von Blogs

Auch beim Bloggen lassen sich Low-Hanging-Fruits schnell identifizieren. So kannst Du das Schreiben potentiell neuer Blog-Artikel bewerten:

Lohnt sich nicht

Wenn Du als Blogger nicht gerade eine Kategorie „Off-Topic“ pflegst, lohnt es sich nicht vom Thema deines Blogs abzudriften.

Gleichwertig

Wenn Du immer wieder aufs Neue sich wiederholende Inhalte aufgreifst. Stell Dir vor, Du veröffentlichst Monat für Monat die Top 10 Brettspiele, führst jedoch immer die gleichen Brettspiele auf. Der Aufwand ist zwar minimal, der Mehrwert allerdings auch.

Vielleicht später

Ein neuer Artikel. Denn für den neuen Artikel musst Du auch entsprechend Zeit in die Analyse, Recherche und Ausarbeitung investieren. Mehr Zeit, als wenn Du dich um Low-Hanging-Fruits kümmern würdest.

Low-Hanging-Fruits

Optimierung bereits bestehender Blog-Artikel. Viele Blogger neigen dazu neue Beiträge zu schreiben, anstatt bestehende Artikel zu betrachten und diese zu optimieren und zu erweitern. Stell Dir vor, Du hast auf deinem Blog 2 Artikel mit Tipps zur Website-Optimierung veröffentlicht:

  • 3 Tipps zur Website-Optimierung
  • 7 Tipps zur Website-Optimierung

Auf den ersten Blick sind es für den Leser 3 Tipps und 7 Tipps. Hättest Du jedoch den ersten Blog-Artikel einfach optimiert, wäre der Effekt deutlich spürbarer, nämlich 10 Tipps.

Fazit

Oftmals bedarf es nicht sonderlich hoher Aufwände, um erfolgreich zu sein. Bereits kleine Maßnahmen können mit mitnimalem Aufwand den Umsatz und Gewinn eines Unternehmens maßgeblich steigern. Ob nun bei der Newsletter-Anmeldung die Anzahl an Feldern und Pflichtfeldern, die Optimierung von Blog-Artikeln, statt dem Schreiben neuer Artikel, oder das Spiel mit der Handlungsanweisung im Call-To-Action, es gibt viele Low-Hanging-Fruits da draußen, die nur darauf warten geerntet zu werden.

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